Checkliste Hausverkauf: alle Schritte in der richtigen Reihenfolge
Eine Checkliste Hausverkauf ist kein Deko-Dokument, sondern ein Arbeitsmittel: Sie verhindert, dass du nach vier Wochen Vermarktung merkst, dass der Energieausweis fehlt oder der Grundbuchauszug zwei Jahre alt ist. Diese Seite führt alle Schritte in der Reihenfolge auf, in der du sie tatsächlich abarbeitest - in sieben Phasen von der Vorbereitung bis zur Schlüsselübergabe, jede mit einem Block zum Abhaken. Wer eine Checkliste Hausverkauf als PDF sucht: Diese Seite ist so aufgebaut, dass du sie über die Druckfunktion deines Browsers ausdrucken oder als PDF speichern kannst. Eine reine Liste ersetzt allerdings nicht die Reihenfolge und die Dauer - wie lange jede Phase braucht und was parallel läuft, steht im Ratgeber Ablauf Hausverkauf.
Die sieben Phasen im Überblick
Jeder Hausverkauf läuft über dieselben sieben Stationen. Die Reihenfolge ist nicht beliebig: Wer vermarktet, bevor Preis und Unterlagen stehen, verbrennt die ersten und besten Wochen der Aufmerksamkeit.
- Vorbereiten: Ausgangslage klären, Ziele und Fristen festlegen
- Bewerten: Preiseinschätzung einholen, Angebotspreis festlegen
- Unterlagen: alle Dokumente beschaffen und prüfen
- Vermarkten: Exposé, Fotos, Inserate, Anfragen steuern
- Verhandeln: Besichtigungen, Gebote, Bonität prüfen
- Notar: Entwurf, Beurkundung, Kaufpreiszahlung
- Übergeben: Zähler, Schlüssel, Protokoll, Nachlauf
Arbeite die Phasen in dieser Reihenfolge ab, aber behandle Phase 2 und Phase 3 als Paar: Für eine belastbare Preiseinschätzung brauchst du ohnehin Baujahr, Wohnfläche und Grundstücksgröße - also die ersten Unterlagen.
Phase 1: Verkauf vorbereiten
In dieser Phase entscheidest du, was du verkaufst, bis wann und unter welchen Bedingungen. Alles Weitere hängt davon ab.
- Eigentumsverhältnisse klären: Wer steht im Grundbuch, und müssen alle Eigentümer zustimmen?
- Bei Erbengemeinschaft, Scheidung oder Betreuung die Vertretung klären, bevor du inserierst
- Verkaufsziel festlegen: bester Preis, schnellster Abschluss oder ein festes Datum
- Frühestmöglichen und spätestmöglichen Übergabetermin festlegen
- Laufendes Darlehen prüfen: Restschuld, Zinsbindung, mögliche Vorfälligkeitsentschädigung
- Eingetragene Rechte prüfen: Grundschuld, Wohnrecht, Nießbrauch, Wegerechte, Vorkaufsrecht
- Steuerliche Lage prüfen: Anschaffungsdatum, Eigennutzung, Zehnjahresfrist
- Bei vermieteten Objekten: Mietverträge sichten, Mieter informieren, Besichtigungstermine abstimmen
- Reparaturen entscheiden: Was wird vor dem Verkauf behoben, was wird offen benannt?
- Ein Ordnersystem anlegen - digital und physisch, mit einer Datei je Dokument
Der wichtigste Punkt ist der letzte. Ein sauber sortierter Unterlagenordner ist das, was später jede Verhandlung abkürzt. Welche Steuern überhaupt eine Rolle spielen, ordnet der Ratgeber Steuern beim Hausverkauf ein.
Phase 2: Preis bestimmen
Der Preis ist die einzige Entscheidung, die du später nicht ohne Schaden korrigieren kannst. Eine Preissenkung nach acht Wochen kostet mehr als ein von Anfang an realistischer Ansatz.
- Eigene Objektdaten zusammenstellen: Baujahr, Wohnfläche, Grundstücksgröße, Zustand, Ausstattung, Energieträger
- Wohnfläche nachrechnen statt aus alten Unterlagen übernehmen - siehe Wohnflächenberechnung
- Unverbindliche Preiseinschätzung einholen
- Vergleichsangebote in der Umgebung sichten: gleiche Objektart, gleiche Lage, gleiche Größe
- Bodenrichtwert für dein Grundstück abfragen
- Preisuntergrenze festlegen, unter der du nicht verkaufst
- Angebotspreis mit Verhandlungsspielraum festlegen, aber ohne Fantasieaufschlag
- Entscheiden, ob du mit Preis oder mit „Preis auf Anfrage“ inserierst
Rechne in dieser Phase auch gegen, was der Verkauf dich kostet. Die Positionen stehen im Ratgeber Kosten beim Immobilienverkauf ohne Makler; wie aus der Einschätzung ein Angebotspreis wird, erklärt Der richtige Immobilienpreis.
Phase 3: Unterlagen zusammenstellen
Das ist der Teil, an dem die meisten Privatverkäufe Zeit verlieren, weil Ämter und Verwaltungen ihre eigenen Laufzeiten haben. Beginne hier früh - manche Dokumente brauchen mehrere Wochen.
Für jede Immobilie:
- aktueller Grundbuchauszug, nicht älter als drei Monate
- Flurkarte beziehungsweise Lageplan aus dem Liegenschaftskataster
- Energieausweis, gültig und zum Objekt passend - er muss bei der Besichtigung vorgelegt werden
- Wohnflächenberechnung mit Raumliste
- Grundrisse aller Etagen, möglichst maßstäblich
- Baugenehmigung, Baubeschreibung und Schnitte, soweit vorhanden
- Nachweise über Modernisierungen: Dach, Fenster, Heizung, Elektrik, Bad, Dämmung
- Grundsteuerbescheid und Nebenkostenaufstellung der letzten Jahre
- Versicherungsnachweise, Schornsteinfegerprotokoll, Heizungsunterlagen
- Auskunft aus dem Baulastenverzeichnis und, wenn einschlägig, aus dem Altlastenkataster
Zusätzlich bei Eigentumswohnungen:
- Teilungserklärung mit Aufteilungsplan
- Protokolle der Eigentümerversammlungen der letzten drei Jahre
- Wirtschaftsplan und Hausgeldabrechnung
- Stand der Instandhaltungsrücklage und beschlossene Sonderumlagen
- Verwaltervertrag und Hausordnung
Zusätzlich bei vermieteten Objekten: Mietverträge samt Nachträgen, Mietaufstellung, Nachweise über Kautionen und die letzten Nebenkostenabrechnungen.
Prüfe am Ende jedes Dokument auf Aktualität und Widersprüche. Zwei verschiedene Wohnflächenangaben in zwei Papieren sind der häufigste Anlass für Nachverhandlungen.
Phase 4: Vermarkten
Jetzt geht es nach draußen. Alles, was jetzt fehlt, fehlt öffentlich.
- Aufräumen, entpersonalisieren, reparieren: Kleinigkeiten kosten wenig und wirken stark
- Fotos bei Tageslicht, Querformat, aufgeräumte Räume, Außenaufnahmen bei Sonne
- Exposé schreiben: Fakten zuerst, dann Beschreibung, keine Superlative
- Pflichtangaben im Inserat nicht vergessen, insbesondere die Angaben aus dem Energieausweis
- Mängel benennen, statt sie weglassen - Verschweigen kostet später mehr
- Portale auswählen und Inserate einstellen, siehe provisionsfrei inserieren
- Kontaktweg festlegen: eigene E-Mail-Adresse, Telefonzeiten, keine Privatadresse im Inserat
- Vorlage für die Antwort auf Anfragen vorbereiten
- Besichtigungen bündeln, nicht einzeln über Wochen verteilen
- Interessentenliste führen: Name, Kontakt, Budget, Finanzierungsstand, Termin
Rechne die ersten zwei Wochen als wichtigste Phase: In dieser Zeit sehen die meisten Suchenden mit gespeicherter Suche dein Inserat zum ersten Mal.
Phase 5: Verhandeln und Käufer prüfen
Ab hier zählt nicht das höchste Gebot, sondern das Gebot, das auch zur Beurkundung führt. Eine gescheiterte Finanzierung kostet dich Wochen und die Frische des Inserats.
- Gebote schriftlich festhalten, mit Datum und Bedingungen
- Finanzierungsbestätigung der Bank anfordern, nicht nur eine Absichtserklärung
- Eigenkapitalanteil und geplanten Zahlungszeitpunkt erfragen
- Klären, ob der Kauf von einem eigenen Verkauf abhängt
- Inventar getrennt verhandeln: Küche, Markise, Gartenhaus, Sauna
- Übergabetermin und Zustand bei Übergabe festlegen
- Keine Reservierungszahlung annehmen, ohne die rechtliche Wirkung geklärt zu haben
- Erst zusagen, wenn Finanzierung und Termin belastbar sind
Die typischen Fallen dieser Phase - Preisdrücker, unseriöse Anfragen, Käufer ohne gesicherte Finanzierung - beschreibt der Ratgeber Risiken beim Hausverkauf ohne Makler.
Phase 6: Notartermin
Der Kaufvertrag über eine Immobilie muss notariell beurkundet werden. Alles, was nicht im Vertrag steht, gilt nicht - auch nicht, wenn es vorher besprochen war.
- Notariat beauftragen; üblicherweise schlägt der Käufer vor, beauftragen kann jede Seite
- Daten für den Entwurf liefern: Grundbuchdaten, Kaufpreis, Inventar, Übergabetermin
- Entwurf mindestens zwei Wochen vor der Beurkundung lesen - diese Frist steht Verbrauchern zu
- Entwurf gegen die Absprachen prüfen: Kaufpreis, Fälligkeit, Inventarliste, Gewährleistungsausschluss, Übergabe
- Bei offenen Punkten vor dem Termin nachfragen, nicht im Termin
- Ablösung der Grundschuld mit deiner Bank abstimmen, Löschungsunterlagen anfordern
- Zum Termin: Ausweis, Steuer-Identifikationsnummer, Bankverbindung
- Nach der Beurkundung: Auflassungsvormerkung, Fälligkeitsmitteilung, dann Kaufpreiszahlung
- Zahlungseingang prüfen, bevor du Schlüssel übergibst
Rechne zwischen Einigung und Geldeingang mit mehreren Wochen. Die Zeitachse dieser Phase steht im Ratgeber Ablauf Hausverkauf.
Phase 7: Übergabe und Nachlauf
Die Übergabe ist der Termin, an dem noch einmal Geld verloren gehen kann - durch fehlende Zählerstände, unklare Mängel oder vergessene Verträge.
- Zählerstände für Strom, Gas, Wasser und Wärme gemeinsam ablesen und notieren
- Übergabeprotokoll aufnehmen, von beiden Seiten unterschreiben
- Alle Schlüssel zählen und im Protokoll festhalten, auch Garage, Briefkasten, Keller
- Unterlagen übergeben: Bedienungsanleitungen, Wartungsnachweise, Baubeschreibung, Garantien
- Versorger ummelden, Verträge für Strom, Gas, Wasser und Internet kündigen oder übertragen
- Gebäudeversicherung erst kündigen, wenn der Eigentumsübergang wirksam ist
- Bei Eigentumswohnungen die Verwaltung informieren
- Grundsteuer und Nebenkosten zum Stichtag abrechnen
- Nachsendeauftrag einrichten
- Unterlagen archivieren und auf die Umschreibung im Grundbuch warten
Erst mit der Eintragung des Käufers im Grundbuch ist der Verkauf vollständig abgeschlossen. Bis dahin kann zwischen Zahlung und Umschreibung noch einige Zeit liegen.
Diese Checkliste ausdrucken oder als PDF speichern
Es gibt hier absichtlich keinen Download-Button und kein PDF-Formular hinter einer E-Mail-Adresse. Der Grund ist einfach: Eine Webseite lässt sich aktuell halten, eine heruntergeladene Datei nicht - und viele der PDF-Checklisten, die im Netz herumliegen, führen noch Regeln, die seit Jahren nicht mehr gelten.
Wenn du die Liste auf Papier brauchst, drucke diese Seite über die Druckfunktion deines Browsers. Über „Als PDF speichern“ im Druckdialog erhältst du dieselbe Liste als Datei. Beides funktioniert auf allen gängigen Geräten und ohne Anmeldung.
Wer die Punkte nicht abhaken, sondern geführt abarbeiten will: Genau das macht Sloothy. Du trägst deine Objektdaten ein und bekommst die Schritte in der richtigen Reihenfolge, mit der Dokumentenliste für deine Objektart. Die vollständige Anleitung zum Verkauf in Eigenregie steht im Ratgeber Immobilie verkaufen ohne Makler.
Weiterführende Ratgeber
Häufige Fragen
Gibt es die Checkliste Hausverkauf als PDF zum Download?
Welche Unterlagen brauche ich für den Hausverkauf?
In welcher Reihenfolge arbeite ich die Checkliste ab?
Was ist der größte Fehler beim Hausverkauf?
Wie früh soll ich mit den Unterlagen anfangen?
Brauche ich für den Hausverkauf einen Makler?
Wie unterscheidet sich die Checkliste vom Ablauf?
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